MultiLAwa wird im Rahmen von 7 Work Packages umgesetzt.
Die Work Packages 1–4 orientieren sich an den Forschungszielen und verknüpfen theoretische Reflexion, experimentelle Arbeit und empirische Analyse anhand konkreter Aufgabenstellungen. Weitere Arbeitspakete betreffen die Ausbildung (Work Package 5), die Veröffentlichung der Ergebnisse, die Kommunikation und der Einbindung der Öffentlichkeit (Work Package 6) sowie die Organisation des Netzwerks (Work Package 7).
WP 1 : Mehrsprachige Kommunikation und Ressourcen im digitalen Zeitalter: Diskurse, Praktiken, Stereotypen
Leitung: Universität Mannheim (Florence Oloff); Universität Zürich (Noah Bubenhofer)
WP 1 untersucht die komplexe Wechselwirkung zwischen technologischen Werkzeugen, sprachlich-kommunikativen Praktiken und Formen von Language Awareness. Ziel ist es, die für den verantwortungsvollen Umgang mit diesen Werkzeugen notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten (z.B. im Hinblick auf Geschlechterstereotype) zu identifizieren und wissenschaftlich fundierte Vorschläge zur Verbesserung digitaler und KI-gestützter Werkzeuge zu erarbeiten, um deren Sensibilität für Mehrsprachigkeit und die Bedürfnisse mehrsprachiger Nutzer zu stärken. Die Integration umfangreicher empirischer Diskursanalysen, ethnografischer Feldforschung und korpusbasierter Untersuchungen ermöglicht die Entwicklung forschungsbasierter Strategien auf europäischer Ebene, um stereotype Sprache zu erkennen und zu vermeiden. WP1 nutzt eine Kombination von Forschungsmethoden, darunter Korpuslinguistik, Diskursanalyse, ethnografische Beobachtung und qualitative Interviews. Diese Methoden werden auf Medienkorpora, Benutzerschnittstellendesigns, Bildungs- und Arbeitsumgebungen sowie auf Online-Wörterbücher und KI-generierte Texte in verschiedenen Sprachen angewendet.
Fünf Teilprojekte (Individual Research Project/IRP 1-5) widmen sich der Erreichung der Ziele von WP 1. Sie befassen sich mit den konzeptionellen und empirischen Herausforderungen des Verständnisses von Language Awareness und Mehrsprachigkeit im Kontext digitaler Kommunikation. IRP 1 konzentriert sich auf die Charakterisierung medialer und institutioneller Diskurse zu Language Awareness und Mehrsprachigkeit in verschiedenen Sprachen und nationalen Kontexten. IRP 2 untersucht Sprachideologien in Bereichen wie Industrie, Wissenschaft und Politik sowie deren Einfluss auf metasprachliches und kritisches Verhalten. IRP 3 analysiert ausgewählte digitale mehrsprachige Werkzeuge und deren Einsatz im beruflichen und schulischen Umfeld. IRP 4 und IRP 5 erforschen stereotype Sprachmuster und bestehende Vorurteile, insbesondere in Bezug auf Geschlecht, Ethnie und Herkunft, in digitalen Wörterbüchern und Thesauri (IRP4) sowie in KI-generierten Texten (IRP5). Die Ergebnisse tragen dazu bei, Metalinguistic LA und Critical LA von Lexikographen, Entwicklern und Computerlinguisten zu stärken.
WP 2 : Dynamiken der Sprachpolitik: Stärkung des Sprachbewusstseins in Europa
Leitung: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Ludwig Fesenmeier); Karls-Universität Prag (Vitek Dovalil)
WP 2 führt kultur-übergreifende Analysen von Sprachmanagement-Strategien und -Regulierungen im Bereich von Sprachpolitik durch. Dabei stehen die Förderung des mehrsprachigen Repertoires des Einzelnen und die Umsetzung von Zielen im Bereich Mehrsprachigkeit in digitalen Ressourcen und Tools sowie in KI-Technologien auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene im Fokus – unter ausdrücklicher Einbeziehung von (in ihrer Existenz gefährdeten) Regional- und Minderheitensprachen. Durch die Anwendung eines diskursanalytischen Ansatzes in Kombination mit korpuslinguistischen Methoden auf die erhobenen Daten (z. B. offizielle Dokumente zur Sprachpolitik auf den verschiedenen Ebenen; insbesondere auf nationaler Ebene: DE, FR, LU, PL) modelliert WP 2 die Vielfalt der Akteure, Positionen und Ziele in der Sprachpolitik auf den drei Zielebenen im sprachpolitischen Rahmen der Language Management Theory. Ziel ist es, die theoretische und empirische Basis zu schaffen, um forschungsbasierte Empfehlungen für ein mehrsprachigkeitsbezogenes Konzept von Language Awareness zu erarbeiten, das die unterschiedlichen Dynamiken jeder Ebene berücksichtigt.
Drei Teilprojekte (IRP 6-8) widmen sich der Erreichung der Ziele von WP 2. Sie analysieren und vergleichen LA-bezogene Praktiken auf sprachlich-kultureller, diskursiver und soziolinguistischer Ebene. Die IRPs führen zur Identifizierung verschiedener Arten metasprachlicher/kritischer Aktivitäten und ihrer jeweiligen Akteure auf europäischer (IRP 6), nationaler (IRP 7) und regionaler (IRP 8) Ebene.
WP 3 : Zukünftige lexikographische und terminologische Ressourcen im Kontext von Fachsprachen (Languages for Specific Purposes/LSP)
Leitung: Universität Mailand (/Universität Pavia) (Carolina Flinz); Universidade Nova de Lisboa (Rute Costa)
WP 3 analysiert mehrsprachige Korpora unter Einbeziehung lexikografischer, metalexikografischer und terminologischer Ansätze. Ziel ist es, Begriffe, Kollokationen und kulturspezifische lexikalische Merkmale zu identifizieren, die für die Lerner-Lexikografie und für Fachübersetzungen in drei innovativen Bereichen von LSP relevant sind: Tourismus, Kreislaufwirtschaft und Fintech. WP 3 befasst sich mit multimodalen und digitalen Dimensionen mehrsprachiger Multimedia-Informationssysteme (Multilingual Multimedia Digital Lexical Information Systems, MMDLIS) und stützt sich dabei auf Umfragen und Fragebögen unter Nutzerinnen und Nutzern, um neue lexikografische und terminologische Ressourcen zu entwickeln, die die drei Formen der Language Awareness sowie unternehmensspezifische Systeme integrieren, und so diese Formen nachhaltig zu fördern.
Drei Teilprojekte (IRP 9-11) widmen sich der Erreichung der Ziele von WP 3. Sie untersuchen, wie MMDLIS Language Awareness von Nutzerinnen und Nutzer fördern kann und wie solche Systeme im Kontext von LSP effektiv gestaltet werden können. IRP 9 ist mit der Konzeption eines spezialisierten MMDLIS für die Sprache des Tourismus befasst; IRP 10 konzentriert sich auf den Datensatz und das technische Design eines spezialisierten MMDLIS für die Kreislaufwirtschaft; IRP 11 untersucht die mehrsprachige Terminologielandschaft des Fintech-Sektors, die insbesondere für nationale Banken und Finanzinstitute in Europa von großer Bedeutung ist.
WP 4 : Sprachenlernen und Mehrsprachigkeit im Zeitalter von KI
Leitung: Universität Kopenhagen (Petra Daryai-Hansen); Universität Mannheim (Johannes Müller-Lancé)
Vor dem Hintergrund der technologischen Fortschritte bei digitalen Werkzeugen und Ressourcen sowie der anhaltenden Migrationskrise greift WP 4 zentrale Konzepte und Ansätze des Sprachenlernens und -lehrens auf: Es untersucht Practical Language Awareness, Metalinguistic Awareness und Critical Language Awareness sowie Lernautonomie, Motivation und Mehrsprachigkeit aus der Perspektive der Lernenden. Dazu führt es pädagogische Experimente durch und analysiert Daten aus Interviews, Umfragen und Unterrichtsstunden sowie Lehrpläne und Lehr-/Lernmaterialien. WP 4 erarbeitet Leitlinien für Studierende, Lehrende, Ausbilder und Entscheidungsträger sowie innovative Lehrmaterialien, Ressourcen und Lernwege für gesteuertes und nicht-gesteuertes Sprachenlernen im digitalen Europa.
Die drei Teilprojekte (IRP 12-14) konzentrieren sich auf (nicht)gesteuertes Sprachenlernen, mit besonderem Schwerpunkt auf Migrationssprachen und Less Commonly Taught Languages: IRP 12 untersucht die Lernmotivationen in Bezug auf Muttersprache und Fremdsprachen im digitalen Europa; IRP 13 vergleicht die Integration von Migrationssprachen und GenAI in Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien; IRP 14 untersucht die diesbezüglichen Vorteile von authentischer Sprache (durch Korpora) und maschinell erzeugter Sprache.
WP 5 : Auswahl der Doktorand*innen, Ausbildung, Mobilität und Monitoring des Kompetenzfortschritts
Leitung: Universität Kopenhagen (Mirjam Schmuck); Universität Wien (Eva Vetter)
Ziele :
– Sicherstellung der Rekrutierung von 14 Doktoranden (Doctoral Candidates; DCs);
– Ausbildung und Begleitung bis zur Promotion der nächsten Generation von Schlüsselakteuren für die Förderung von Language Awareness und Mehrsprachigkeit im digitalen Europa
Aufgaben :
– Überwachung der Erstellung und Umsetzung des individuellen Karriereentwicklungsplans für jede/n Doktorandin/en (in Abstimmung mit dem jeweiligen Betreuer-Team);
– Durchführung und Monitoring des Ausbildungsprogramms
– Implementierung und Betreuung einer E-Learning-Plattform
WP 6 : Ökosystem jenseits von MultiLAwa: Veröffentlichung der Ergebnisse, Kommunikation und Wissenstransfer in Industrie und Gesellschaft
Leitung: Universität Warschau (Ewa Żebrowska); Universität Mailand (Fabio Mollica)
Objectives:
– Sicherstellung der Durchführung der Aktivitäten zur Veröffentlichung der Ergebnisse, zu Kommunikation und Wissenstransfer in Industrie und Gesellschaft (Dissemination, Exploitation and Communication; DEC);
– Konzeption und Umsetzung der DEC-Maßnahmen sowie von Instrumenten zu deren Erfolgsmessung
Description of Work:
– Einrichtung, Implementierung und Monitoring des Datenmanagementplans
– Einrichtung eines DEC-Plans inkl. Aktualisierung und Monitoring
– Auswahl und Implementierung von entsprechenden Evaluationsmaßnahmen
– Koordination der Vorbereitung der MultiLAwa-Wanderausstellung
WP 7 : Management
Leitung: Université de Lorraine (Hélène Vinckel-Roisin)
Ziele (in Auswahl) :
– Sicherstellung der Erreichung der Projektziele
– Anwendung fairer Regeln innerhalb des Netzwerks, um Zielerreichung und Ausbildung der DCs sicherzustellen
– Sicherstellung der einheitlichen Umsetzung der Co-Tutelle-Verträge und der jeweiligen Ko-Betreuungen
– Monitoring des Budget-Rahmens
– Monitoring und Fortschreibung der milestones
Aufgaben (in Auswahl) :
– strategische und organisatorische Gesamtleitung des Projekts
– laufende Geschäftsführung
– fristgerechte Bereitstellung der einschlägigen Zwischenergebnisse und jährlichen Berichte
– Risikomanagement

