Überblick – Projektbeschreibung
Die heutige europäische Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen mit weitreichenden Implikationen, die durch rasanten digitalen Wandel und stetig wachsende Mobilität bedingt sind. Dazu gehören sprachliche Ungleichheit im Bildungswesen, mangelnde sprachliche Vielfalt in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, eine wachsende technologische Kluft zwischen in dieser Hinsicht gut und weniger gut versorgten Sprachen sowie verzerrte Darstellungen und sprachliche Stereotypen (z. B. in Bezug auf Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit), wie sie durch digitale Werkzeuge und KI-Technologien entstehen. Diese alarmierenden Entwicklungen erfordern dringendes Handeln.
MultiLAwa rückt Mehrsprachigkeit als Schlüsselfaktor für sozialen Zusammenhalt und Inklusion in den Vordergrund, indem es Language Awareness (LA) – das explizite und implizite Wissen über Sprache(n) und Sprachgebrauch – auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene fördert.
Indem es weit über bestehende Forschungs- und Doktorandenausbildungsinitiativen hinausgeht, verfolgt das Projekt das übergeordnete Ziel, die Zusammenhänge zwischen Sprachkompetenz, Mehrsprachigkeit und digitaler Transformation zu analysieren und dieses Wissen in praktische Lösungen umzusetzen, indem es:
– untersucht, wie LA als Kompetenz zur Bewältigung des digitalen Wandels in Europa dienen kann und digitaler Fortschritt LA und Mehrsprachigkeit fördern kann;
– neue theoretische, methodische und empirische Grundlagen für LA im digitalen Zeitalter entwickelt;
– innovative digitale Ressourcen und Leitlinien zur Steigerung von LA schafft und damit zur Förderung von Mehrsprachigkeit beiträgt.
MultiLAwa schlägt die Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und vereint zehn europäische Universitäten und 16 assoziierte Partner (darunter elf nicht-akademische Organisationen) in einem außergewöhnlichen Multi-Stakeholder-Konsortium. MultiLAwa bildet 14 junge, mehrsprachige Forscherinnen und Forscher zu Expertinnen und Experten aus, die einen wesentlichen Beitrag dazu leisten können, sprachbezogene Herausforderungen in einer sich rasant digitalisierenden Gesellschaft zu bewältigen, und die so zu nachhaltigen, inklusiven und mehrsprachigen Ökosystemen in ganz Europa beitragen.


